Dem eigenen Affekt misstrauen. Sich nicht persönlich angegriffen fühlen. Atmen. Wenn ich im Internet auf etwas stoße, das mich in irgendeiner Weise instinktiv und emotional aufregt, denke ich an diese drei Regeln, die ich für mich dereinst aufgestellt habe. Insbesondere das Atmen lässt mich innehalten, um mir klar zu werden, ob ich über ein Stöckchen springen möchte, ob ich mich zu Recht angegriffen fühle oder ob da nicht jeder Atemzug, jeder Gedanke verschwendet ist. Nicht, dass ich mich immer an meine Regeln halten würde. Schön wär’s. Aber meistens klappt es ganz gut.
Vor einigen Wochen rollte ein neues Rad in mein Leben. Genauer: Ein Rennrad. Dieser Umstand löste eine Reihe von Gedanken und Überlegungen aus, über die ich hier in loser Reihenfolge bloggen werde.
Die Liebe zum Rad wurde mir nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Mit den Pferden war das anders, diese tiefe Verbundenheit kommt mir wie angeboren vor. Radfahren lernte ich durchaus früh. Ich erinnere mich an meinen Silberpfeil, ein Jugendrad, auf dem ich gar nicht mal so oft damals im hügeligen Sauerland herumfuhr. In Familienurlauben gab es vereinzelt Begegnungen mit Leihrädern. Einer Familie von enthusiastischen Radfahrern entspringe ich nicht gerade. Wirklich auf den Geschmack kam ich erst später, sehr viel später.
Lange war dasRad ungeliebtes Mittel zum Zweck, als ich etwa zum Studium in eine Welt ohne Elterntaxi zog. Ich gurkte auf gebraucht gekauften Rädern durch Münster, Bonn, Aachen und dann Köln. Als Vergnügen empfand ich das zugegebenermaßen nie.
Ein Fahrrad muss passen wie ein Paar Wanderschuhe
Was ich nicht wusste und worauf ich von allein schlicht nicht kam:
Der eine darf keine Faxen zur Nationalhymne machen. Die anderen nicht
Hand in Hand über die Ziellinie laufen. Da hinten wird diskutiert, ob
ein Politiker Nazis den Mittelfinger zeigen darf. Hier vorn wird sich
mokiert, weil eine Oberbürgermeisterin auf der Bühne ein Tänzchen
hinlegt.
Geht’s noch? Wie wäre es mit etwas mehr Gelassenheit,
Freundlichkeit und Wohlwollen im Umgang miteinander? Oder dient diese
unwillige und völlig überzogene Mäkelei nur dazu, sich von größeren und
höchst komplexen Problemen auf der Welt abzulenken? Problemen, denen man
in ihrer Vielzahl recht ohnmächtig gegenübersteht?
Statt dessen
werden Menschen niedergemacht, die in der Öffentlichkeit stehen. Wobei
mir persönlich ziemlich wurscht ist, ob die nun sympathisch sind oder
nicht. Es bleiben immer noch Menschen, keine Automaten, die nur nach
Volkes Gnaden zu funktionieren haben. Ich dachte immer, wir hätten diese
auf Einheitlichkeit genormte Gesellschaft überwunden. Werte wie
Toleranz, individuelle Lebensgestaltung und Vielfalt werden gern
beschworen. Aber wehe, jemand tanzt aus der Reihe und handelt entgegen
des Erwarteten!
Was für ein Quatsch. Und welche Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit. Bäh.
So, geht wieder. ‘Tschuldigung. Ich sollte einfach keine Kommentare auf
Nachrichtenseiten lesen. Wie halten das die Community-Manager nur aus?
Die Schale wandert in den Beutel mit den Kirschen, Gurken und Bohnen. Ich verabschiede mich von der Marktfrau. Stachelbeeren!
Meine Eltern hatten einen großen Garten. Viel Wiese, Blumen, Blühbüsche, zwei Apfelbäume, ein Pflaumenbaum, Johannisbeer- und Stachelbeersträucher. Drumherum Kuhwiesen. Dorfleben.
Ich war als Kind eine mäkelige Esserin. Im Sommer aber strich ich durch Gärten und Felder und futterte mich dort durch. Neben dem Obst im Garten mopste ich dem Bauern junge Maiskolben vom Feld und pulte Weizenkörner. Die Haselnusssträucher der Nachbarn waren nicht vor mir sicher. Ich aß Sauerampfer und Hirtentäschelkraut von den Wiesen ringsum. Was essbar war, muss ich wohl von meiner Mutter gelernt haben. Mit ihr ging es im Spätsommer in die Brombeer- und Himbeerbüsche. Blaubeeren sammelten wir im Urlaub in den Bergen, am liebsten gleich in den Mund. Seltener ging in die Pilze. In Garten meiner Großeltern gleich nebenan wuchsen Birkenpilze. Es waren nur wenige, aber das machte sie natürlich umso kostbarer.
Wenn ich Stachelbeeren esse, blitzt für Momente wieder das Gefühl von damals auf, die Erinnerung an endlos scheinende Sommer, sonnendurchleuchtete Tage, die nur durch Rufe zu den Tischmahlzeiten unterbrochen wurden.
Moment mal, ich habe doch gar keine Zeit … Ach, egal. Zumal mein Kopf plötzlich voller Gedanken an den Kulturtipp für den Sommer ist.
Die Anzahl meiner Urlaube lässt sich seit Beginn meiner Selbstständigkeit locker an einer Hand abzählen, wenn man die verlängerten Wochenenden in der Eifel und “Tot auf dem Sofa zwischen Weihnachten und Neujahr” nicht mitzählt. In diesem Jahr wird es wieder Urlaub geben - Hosianna!
Und wie immer steht bei der Planung, wohin es gehen könnte, eins gewiss nicht im Vordergrund: Kultur. Ich leide nicht spürbar an Mangelerscheinungen in Sachen Kultur. Nun lebe ich in einer Stadt, in der ich unentwegt auf alles Zugriff haben könnte, so ich denn wollte. Meistens will ich gar nicht. Wenn es sich dann doch ergibt, bin ich in der Regel völlig aus dem Häuschen. Wie neulich bei den Weltproben.
Urlaub, das bedeutet für mich: Zelt, Campingkram und Wanderschuhe ins Auto, vielleicht die Räder noch hinten dran oder oben drauf. Und dann irgendwohin, wo es warm und trocken genug ist zum Zelten. Und wo es schöne Landschaften und gutes Essen gibt. In diesem Jahr werden wir möglicherweise mal versuchen, nicht nach Frankreich zu fahren. Und während ich mit einem Auge zum Livestream der Tour de France schiele, ahne ich: Das wird schwer.
Überraschungen am Wegesrand
Wohin es letztlich gehen wird, entscheidet nicht zuletzt der Wetterbericht. Zelten im Dauerregen oder im Unwetter macht wenig Freude. Es wird Richtung Süden gehen, vielleicht ja mal Italien. *hust* (Oder doch Frankreich?) Der Urlaub beginnt beim Losfahren: Möglichst keine Autobahn. Möglichst durch Gegenden fahren, die wir noch nicht befahren haben. Und dann kommt es so, dass man plötzlich in einem recht skurrilen Ort an der Route Napoléon steht und sich über die opulenten Gebäude wundert. Salins-les-Bains war einst ein bedeutender Ort und ist mit nunmehr nicht mal 3.000 Einwohnern eher ein Dorf.
Bei anderer Gelegenheit stellten wir fest, dass wir in der Nähe von Ronchamp waren.
Dienstag war der 12. im Juli. Juli? Juli. Herrje, die Zeit schreitet forsch voran. Aber gut, es ist immer viel los und da nimmt es kein Wunder, dass die Tage nur so vorüberfliegen.
Tage im Heimbüro liefern wenig spektakuläre Bilder. Ich sitze die meiste Zeit am Schreibtisch, fummele auf der Tastatur, glotze auf den Bildschirm oder in die Luft, denke laut, denke leise, denke dummes Zeug, klicke und rolle auf der Maus herum, kritzele, schreiben und male Papier voll, bilde Stapel, verräume Stapel, suche in Stapeln oder drücke auf dem Taschenapfel herum.
Ich esse, trinke und manchmal stiehlt sich noch eine Einheit Haushalt oder Lebensmitteleinkauf dazwischen.
Die zwölf Tage meines 12. Juli daher als Stummfilm. Gesprochen habe ich ohnehin wenig an dem Tag.
Ich kann mich kaum mehr daran erinnern, dass es mal keine Ebooks gab. Unvorstellbar erscheint mir die Zeit, als ich noch die Etiketten aller möglichen Lebensmittel und die Milchtütenaufschriften auswendig mitsprechen konnte, weil ich beim morgenmüden Frühstück nicht in meinem Buch weiterlesen durfte. Lesen galt in unserer Familie als unkommunikativ. Zeitung war in Ordnung. Buch nicht. Also las ich Etiketten.
Die Weisheit der Milchtüte
Später im Leben konnte ich zum Frühstück lesen. Und zum Mittagessen. Und zum Abendessen. Und davor, dazwischen und danach auch. Ich konnte nämlich lesen, wann ich wollte! Toll. Nur unterwegs wurde es schwierig. Gut, so ein Reclam-Bändchen passte immer in die Tasche. Blöd, als ich eine Weile all diese fetten Fantasy-Schinken lesen musste. Da fragt man sich bei akkurater Lesegeschwindigkeit und abnehmender Seitenzahl, die einen vom Ende trennten, ob man nicht vielleicht sicherheitshalber noch ein zweites …? Ich hatte immer recht große Taschen.
Das Buch als Abschirmgerät
Nun gab es durchaus Situationen im Leben, in denen ungeplant Zeit frei wurde, die man zum Lesen hätte nutzen können. Warten auf Transportmittel im Nah- und Fernverkehr, beispielsweise. Fahren mit Transportmitteln im Nah- und Fernverkehr. Ein Buch hatte eine angenehm abschirmende Wirkung, was ich besonders als Frau zu schätzen wusste. (In der Zeit lernte ich auch aus Gründen, wie man besonders abweisend und kalt guckt.) Entgegen den urbanen Legenden, die Menschen hätten sich im Prä-Smartphone-Zeitalter mit Inbrunst miteinander unterhalten oder gemeinsam Lieder gesungen, versuchte man wie so normale Menschen, die anderen auszublenden und die Distanz einzuhalten, die man gegenüber Fremden noch als angenehm empfand. Wer anderes behauptet, offenbart sich als jemand, der sein Leben lang mit dem Auto irgendwo hin- und herfuhr. Da sitzt man hübsch abgeschirmt in seinen Blech- und nunmehr Plastikkisten und hat automatisch seine Ruhe.
ABER DANN HATTE MAN MANCHMAL KEIN BUCH DABEI!1elf!!
Schock, schwere Not.
Ich habe bei diesen buchlosen Gelegenheiten viele Kostenloszeitschriften, Werbezeitungen, Broschüren, Prospekte, Flyer und schlimm vertextete Anzeigetafeln gelesen. Der öffentliche Buchstabenmissbrauch wird ja viel zu selten angeprangert.
Neulich war ich für einige Tage in Ostfriesland. Ich dachte, ich
wollte die See seh’n. Aber als ich dort war, war mir die Gegend viel
lieber. Das Wetter spielte mit und bescherte mir quasi klösterliche
Tage. Denn es war windig, relativ nass und meistens grau, bevor es dann
noch einigermaßen sonnig wurde. Außer mir war kaum jemand unterwegs. Gut so.
Ich
hatte gedacht, dass ich mir in Ostfriesland mein Buch vorknöpfen
könnte. Ich hatte gedacht, ich könne auch ein wenig arbeiten, denn in
meiner Ferienwohnungsidylle gab es hervorragendes WLAN. Dann war ich
aber so beschäftigt mit Atmen und Stille, das ich mich unversehens
wieder auf dem Heimweg befand, bevor ich auch nur einmal das Notebook
angemacht hatte. Sapperlot.
Der 12. im Maii fiel in diesem Jahr auf einen Tag, an dem ich auf Handlungsreisen war. In den vergangenen Monaten war ich soviel unterwegs, dass das für mich auch eine Art Alltag geworden ist. Also eines #12von12 würdig.
Im Rahmen des Coachingprogramms für öffentliche Bibliotheken in NRW, der #BibReise, tingele ich workshoppend durchs Land. Diesmal stand eine Reise ins Münsterland an, nach Lüdinghausen. Zu dieseer Art von Arbeitsaltag gehört die Bahn. Ich habe schon seit Jahren kein Auto mehr. Ich bin in wenigen Minuten mit dem Rad am Hauptbahnhof und hopse dort in den Zug, der um 7:13 Uhr gen Norden fuhr.
Fast alle Züge müssen über die Hohenzollernbrücke. Das sorgt regelmäßig für Staus. Den Blick nach rechts und links mag ich aber immer, egal, wie oft ich schon dort hinübergefahren wurde. Diesmal fällt mein Blick aufs blaue Zelt, den Musical Dome, im Volksmnund Müllbüggel. 1996 wurde das Dings als Provisorium errichtet - es bleibt wohl noch eine Weile und hässlicht so vor sch hin.
Wenngleich sich die Hin- und Herreisen an Workshoptagen ähneln: Gleich laufen diese Tage nie ab. Gestern schon gar nicht: Weil wir ein übersichtliches Grüppchen aus Ochtrupern und Lüdinghausenern Bibliotheksmenschen waren, siedelten wir uns kurzerhand privat in Garten und Wohnzimmer an. Die Verpflegung war mal wieder göttlich. Zu Erdbeeren und Weintrauen wurde handaufgebrühter Kaffee in Weihnachtstassen serviert. Die ersten Weihnachtstassen, die ich richtig dufte finde. “Die Freiheit!”
“Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.” Pearl Buch war eine amerikanische Schriftstellerin und erhielt 1938 den Nobelpreis für Literatur - eine Entscheidung, die durchaus umstritten war. Als Kitschroman schmähte so mancher ihr bekanntestes Buch Die gute Erde, das als Klassiker der Weltliteratur gilt und eines der meistverkauften Bücher des 20. Jahrhunderts ist. Darin schreibt sie mit viel Anteilnahme und Warmherzigkeit über das alltägliche bäuerliche Leben in China. Offenbar schaute sie gern näher hin. Ich habe schon öfter schöne Sätze von ihr gefunden, wie auch diesen hier: “Das Streben nach Vollkommenheit macht manchen Menschen vollkommen unerträglich.” So wahr!
Alltag. Oft finde ich ihn soviel aufregender als ungewöhnliche Ereignisse. Mein Alltag und der Alltag der anderen: an jedem 12. im Monat machen regelmäßig um die dreihundert Menschen zwölf Bilder aus ihrem Alltag und machen sie mit dem Hashtag #12von12 auffindbar.
Der 12. März war ein Samstag. Eine Mischung aus Müßiggang und Erledigungen. Ein guter Tag.
Nach dem Frühstück kritzelte ich ins allerliebste Notizbüchlein vom Verlag Hermann Schmidt. Mit Vorfreude auf die Leipziger Buchmesse.
Als hätte Mutter Natur die Betten frisch bezogen. #frühlingsluft #lakritzel
Munter weist mich die Frühlingssonne darauf hin, dass die Fenster aussehen wie Sau. Schon gut. Öfter als ein-, zweimal im Jahr bekommt man mich nicht dazu. Aber ich seh’s ja selbst …
Och, aber ein Fenster ist geduldig und das Putzzeugs läuft nicht weg. Vorher noch ein Tee und etwas Benedict Wells, der am Montag im Buchladen Neusser Straße in Nippes liest. #wellsliest
Tja. Samstagsfreuden.
Da ich es mal wieder nicht schaffe, mir vor der Buchmesse für meine Haarschneiderin Zeit zu nehmen, schnipsele ich mich kurzerhand selbst zurecht. Schnipp, schnapp!
Samstagsfreuden, die Fortsetzung.
Lange Zeit gab es sie nur mit Bauzaunröckchen: Nun ist #frauagnes frisch renoviert und der Bauzaun ist weg. Schick!
Was wären wir nur ohne unser Einkaufsauto? Auf jeden Fall seeehr langärmelig.
Der Winterkühlschrank auf dem Feuerbalkon ist wieder wohlgefüllt.
Ich bin süchtig nach dem Zeug. ❤️ Radi!
Der Tag endet mit guten Freunden und einem zünftigen Abendbrot in der Niehler Dorfkneipe.
Ich muss schreiben und komme nicht so recht vom Fleck. Zum Behufe der Befreiung von Wörtern und Sätzen mopse ich daher einen Stock bei Marcus Pfeifer, der es wiederum der Kaltmamsell entwendete, die es bei Anke Groener … naja. Internet.
1. Wie hast Du Deinen ersten Korb erlebt? (receiving)
Schmerzvolle Pein bei mir, während der Herr mir im selben Atemzuge von der von ihm Angeschwärmten erzählte und nachlässig über mein Herz trampelte. Ich natürlich gleich die verständnisvolle Kumpeltour. Man will ja nicht so sein. Innendrin schon.
2. Wie hast Du Deinen ersten Korb erlebt? (giving)
Peinlich berührt. Und mit Unverständnis: “Was will er denn nur? Und warum muss er es jetzt kompliziert machen?”
3. Wenn Du nochmal zurück könntest, worum würdest Du Deine erste Grundschullehrerin (m/w) bitten?
Ich würde sie weniger um etwas bitten, als ihr vielmehr danken. Ich mochte sie. Ich mochte es, zur Schule zu gehen. Schreiben, Lesen, Sachkunde - mir machte das Lernen Spaß. Und sie hat mich damals immer ermutigt, anderen zu helfen, die nicht so schnell lernten. Diese Anerkennung machte mich stolz und glücklich.
Ich Streberin.
4. Zahnseide oder Munddusche?
Nö.
5. Notlüge oder bittere Wahrheit?
Keine Ahnung. Kontextabhängig. Ich versuche, möglichst nicht in Situationen zu kommen, in denen ich mich zwischen Pest und Cholera entscheiden muss.
Ich mag es, zum Ende eines Jahres innezuhalten und darüber nachzudenken, was in den letzten Monaten alles war. Und was nicht. In den nächsten Tagen werde ich mir dann 2016 mal vorknöpfen. Wie das wohl werden wird?
Gescheiterte Projekte
#NaNoWriMo, erster Versuch. Nach drei oder vier Tagen war mir schon klar, dass das nichts wird. Immerhin, ein Anfang ist gemacht. Das Buchprojekt, das ich mehr der Übung halber anging, werde ich verwerfen. Keine halben Sachen. Und mich wieder dem Buch widmen, an dem ich bereits seit einigen Monaten schreibe und das ich sehr, sehr mag.
Meine Website. Der Stachel in meinem Fleisch. 2009 gestartet, harrt sie ihrer Generalüberholung. 2016, in Ordnung?
Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Wortweide als gescheitert erklären soll. Denn sie hat nicht nur mir, sondern vielen von Euch viel Freude gemacht. Im Nachhinein muss ich mir selber sagen, dass ich das Projekt voreilig angegangen bin. Inzwischen weiß ich, dass gute Ideen nicht verderben und die Wortweide ganz gut mal noch ein, zwei Jahre als Idee hätte reifen dürfen.
Nun werden wir die Wortweide erstmal brachliegen lassen. Die vorhandene Seite wird mit Screenshots archiviert und demnächst abgeschaltet. Nicht zuletzt wegen Flash bleibt uns nichts anderes übrig. In zwei Jahren sehe ich mir das nochmal an. Vielleicht lässt sich dann eine mobile Website oder eine App realisieren.
Erstmals bereiste Orte
Es gab in diesem Jahr etliche Orte, in denen ich zum ersten Mal war. Obwohl die meisten davon gar nicht weit weg sind: Oberreifferscheid, Recklinghausen, Eschweiler, Kamp-Lintfort, Schloss Dyck, Anholter Schweiz und Lüneburg. Allesamt Orte, die ich sehr schön fand. Einige entdeckte ich durchs Kunstpilgern. Hier und da gab es auch Wanderungen über neue Wege, wenngleich aus Gründen in diesem Jahr viel zu wenige.
Durch die #BibReise werde ich im nächsten Jahr noch viele weitere Orte entdecken. Darauf freue ich mich schon sehr.
Erstmals gemachte Sachen
Öm. Gab es. Bestimmt. Ich komme nur gerade nicht darauf.
Und schwupp, waren es achtzehn. Achtzehn Bilder statt #12von12. (Was ist #12von12? Bitte hier entlang. Und hier alle vom 12. im Dezember.) Der Alltag gestern war aber auch wohlgefüllt. Das ist nicht unbedingt so. Der zwölfte an einem Samstag ist schlicht abwechslungsreicher als etwa ein Zwölfter an einem beliebigen Wochentag im Büro.
Zumal momentan die Übersiedlung aus dem Büro (und dessen Auflösung) ins Heimbüro viel Aufmerksamkeit fordert. Ich werde in den nächsten beiden Jahren soviel handlungsreisend unterwegs sein, dass sich ein auswärtiges Büro nicht lohnt. Es wäre eher ein Klotz am Bein. Nebenbei tut es gut, den Ballast abzuwerfen. Als ich mich vor sechs Jahren gegründet habe, war ein eigenes Büro für mich wichtig. Inzwischen trage ich mein Büro mit mir herum, in mir. Ich brauche für mein eigenes Selbstverständnis als Unternehmerin keine Materialisierung und äußere Bestätigung in Form eines Büros mehr.
Außerdem arbeite ich gern und gut im Heimbüro. Bei allem Unterwegssein finde ich es schön, zuhause die nötige Ruhe zu haben, um mich zu sammeln, zu sortieren und kreativ zu arbeiten.
Mein Samstag am dritten Adventswochenende im Dezember in Bildern:
Im Herbst des Jahres 1740 reiste Friedrich II. durch die preussischen Rheinprovinzen. Sein Ziel war Brüssel, wo er seinen Brieffreund Voltaire treffen wollte. Doch den König ereilte eine fiebrige Erkältung und er bat Voltaire, ihn in Schloß Moyland zu treffen. Auf seinem Weg dorthin kam er an einem wunderbaren Garten vorbei: Kloster Kamp. Und es heißt, dieser Garten habe ihn zu den Gartenanlagen von Sanssouci inspiriert.
Ich liebe diese Geschichte. Vor einigen Jahren gab es mal einen wundervollen Film über den Alten Fritz, der von der nicht minder wundervollen Katharina Thalbach gespielt wurde. Seitdem ist Friedrich II. für mich sehr präsent und nah. Auch seine Freundschaft mit Voltaire, dem französischen Philosophen und Schriftsteller, spielte natürlich eine Rolle. Als ich im September zum Kunstpilgern aufbrach, ahnte ich nicht, dass ich dem Alten Fritz und Voltaire gleich zweimal begegnen würde: im Schloß Moyland - und im Kloster Kamp.