Alles ist Windhauch: Kunstpilgern zum Kloster Kamp

Im Herbst des Jahres 1740 reiste Friedrich II. durch die preussischen Rheinprovinzen. Sein Ziel war Brüssel, wo er seinen Brieffreund Voltaire treffen wollte. Doch den König ereilte eine fiebrige Erkältung und er bat Voltaire, ihn in Schloß Moyland zu treffen. Auf seinem Weg dorthin kam er an einem wunderbaren Garten vorbei: Kloster Kamp. Und es heißt, dieser Garten habe ihn zu den Gartenanlagen von Sanssouci inspiriert.

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Ich liebe diese Geschichte. Vor einigen Jahren gab es mal einen wundervollen Film über den Alten Fritz, der von der nicht minder wundervollen Katharina Thalbach gespielt wurde. Seitdem ist Friedrich II. für mich sehr präsent und nah. Auch seine Freundschaft mit Voltaire, dem französischen Philosophen und Schriftsteller, spielte natürlich eine Rolle. Als ich im September zum Kunstpilgern aufbrach, ahnte ich nicht, dass ich dem Alten Fritz und Voltaire gleich zweimal begegnen würde: im Schloß Moyland - und im Kloster Kamp.

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Versuche der Annäherung: Museum Abteiberg #Kunstpilgern

Tja. Das Museum Abteiberg. Es war die zweite Station auf meiner Paradies-Route beim Kunstpilgern. Nun sitze ich etwas ratlos hier herum und überprüfe meinen gar nicht mal so guten Eindruck von vergangener Woche. Ich lese verschiedene Artikel über das Museum für bildende Kunst, das 1982 in einem preisgekrönten Neubau des Architekten Hans Hollein einen neuen Platz fand. In der ARD Mediathek finde ich einen reichlich prätentiösen, aber lehrreichen Beitrag von WESTART über das Museum Abteiberg.

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Offenkundig genießt das Museum einen ausgezeichneten Ruf und wer sich für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts interessiert, sollte mal hingehen. Ich bin Werken von Warhol, Beuys, Kippenberger, Polke und einem wunderbaren Bild des von mir sehr gemochten Jawlensky begegnet. Die Lichtführung ist ausgesprochen gut gelungen. Ansonsten fühlte sich das Museum für mich wie eine Marmorgruft an. Und die Architektur wirkte auf mich seltsam altbacken. Altbacken im Sinne von bemüht modern. Die 80er sind mitunter eine eigentümlich ferne Zeit.

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In seinem Schatten möchte ich ausruhen und seine Früchte genießen: Schloß Dyck #Kunstpilgern

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Ich war Kunstpilgern. Wie ich schon drüben schrieb, werde ich mich hier im Denkarium auf meine Erlebnisse und Gedanken als Reisende beschränken. Kurz zur Einordnung:

Kunstpilgern, das sind vier touristische Routen nach Themen durch Nordrhein-Westfalen: Diesseits, Feste Burg, Licht und Paradies. Das Projekt ersonnen und umgesetzt haben Jan-Paul Laarmann und Jens Nieweg von Tourismus NRW/Kulturkenner.de und Alissa Krusch von der Kunstsammlung NRW. Den Impuls gab die (übrigens famose) Ausstellung The Problem Of God. Christliche Kunst, sakrale Architektur, Volksglauben und Religion an sich als prägendes Element der Gesellschaft und steter Quell der künstlerischen Auseinandersetzung finden sich auf diesen Routen wieder. Daher eben auch #Kunstpilgern.

Meine Route führte mich ins und durch das Paradies: Schloß Dyck, Museum Abteiberg, Kloster Kamp, Landschaftspark Duisburg-Nord, Schloß Moyland, Biotopwildpark Anholter Schweiz, K21/Kunstsammlung NRW, Museum Insel Hombroich und die Bundeskunsthalle in Bonn.

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Frohgemut fuhr ich am vergangenen Mittwoch zum Schloß Dyck nach Jüchen an den Niederrhein. Offengestanden hatte ich von diesem Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur vorher noch nie gehört. *hust*

Auch wenn ich inzwischen erfahren habe, dass es der bösen Clarissa damals in den 90ern in der Soap Verbotene Liebe als Kulisse diente. Davor habe ich damals übrigens auch mal gesessen. Um direkt mit dem Mythos „Elitäre Kultursnobistin“ aufzuräumen ;-).

Kam eine Stunde von Köln entfernt landete ich fürwahr in einem Paradies. Am Niederrhein scheint es eine Neigung zu geben, mit solch prächtigen Orten recht bescheiden aufzutreten. Schloß Dyck blieb nämlich nicht die einzige überraschende Entdeckung dieser Reise.

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