Hirtentäschelkraut. Sockenfrei. Menschendiät. Notizen vom 15. Mai 2017.
Einfach so im Kurzärmel raus. Noch bin ich längst nicht in dem Stadium angekommen, die Cowboystiefel gegen etwas Sandaligeres einzutauschen. Aber deutlich spürbar ist die Entschlossenheit des kommenden Sommers. In Köln bedeutet das Eintopfwetter: Schwül dampft die Wärme von unten herauf. So gerade eben reicht der Sauerstoff in der Luft, um nicht Kiemen zu entwickeln.
Einige hüllen sich noch misstrauisch in Übergangsjacken. Andere wiederum tänzeln schon in Sockenfrei durch die Straßen. Irgendwas muss mit Birkenstock passiert sein, denn zumindest alle Frauen tragen dasselbe Modell.
Vor einem Bürogebäude wachsen gar prächtig Unmengen von Hirtentäschelkraut. Ich freue mich über die kleinen Herzen, die es hervorbringt. Als Kind habe ich sie beim Gang über die Wiese Herz für Herz aufgegessen.


Im Kopf sortieren sich derweil die Gedanken über die re:publica in der vergangenen Woche und die Pläne für eine Kulturflauschattacke dort im nächsten Jahr. Diese Woche stehen aber das Lernortcamp und #wirziehnfallera mit der Kunsthalle Karlsruhe an. Umso wichtiger: Durchatmen. So schön und erfreulich das alles war und ist: Demnächst braucht es dringend einige Tage Menschendiät, um in mich hineinzuhorchen und in Ruhe über alles nachdenken zu können. Dieses Innehalten braucht es zwischendurch, um in meinen Handlungen so klar zu bleiben, wie ich mir das wünsche. Hast du es eilig, gehe langsam. Von wem war das noch gleich?



















