Selbstständigkeit: Die Freiheit, eigensinnig zu sein
Die ZEIT nimmt sich der Selbstständigen* an und sucht nach Vorschlägen, wie man deren Situation verbessern könne. Das ist im Grunde löblich, auch wenn sie es schaffen, Selbstständigkeit quasi in einem Atemzug zu glorifizieren (“ein Traum”) und zu verdammen (“kein Geld für Rücklagen”, “im Alter der Gang zum Amt”).**
Vielleicht treffen die ZEIT-Redakteure damit den Zustand der Selbstständigkeit recht gut. Meine Entscheidung, mich selbstständig zu machen, fiel eher zufällig, wenn sie auch im Rückblick zwangsläufig war. Viele Vorzüge der Selbstständigkeit kommen meinem Wesen entgegen: ich bin recht unterschrocken, vermag aus Erfahrungen zu lernen, bin gerne der Bestimmer, arbeite nur projektweise gern in Teams, ansonsten gern allein, und entwickle mein selbsterfundenes Berufsbild laufend weiter. Und ich bin das Kind eines Selbstständigen, was durchaus hilft, etwa den Wert von Vernetzung und Ehrenämtern richtig einzuschätzen.
Freiberuflich zu arbeiten birgt für mich auch nicht zu unterschätzende Nachteile:
