An der Ampel Lyrik. Kartoffeln. Der Tag der unverhofften Freundlichkeit. Notizen vom 11. April 2017.
Das Viertel ist leer. Vereinzelt kreuzen Passanten zu Fuß oder auf dem Rad. Freie Parkplätze vor dem Haus. Es sind Ferien.
Mancher scheint die Zeit für den Frühjahrsputz zu nutzen. Alles, was nach Bestimmt kann das noch jemand gebrauchen aussieht, findet sich auf Bänken und Stromkästen. Innerlich setze ich mich auf meine Hände. Ich widerstehe!
An der Ecke ein Mann mit Brille. Er raucht und mustert mich prüfend. Ihn scheint zu verstören, dass ich immer mal wieder fotografierend stehenbleibe. Vielleicht wittert er üble Verbrechen.
An der Ampel hängt Lyrik. So ist das ohne dich. Am Rhein wehen matt im schwachen Wind Fähnchen.



Ein Mann sitzt am Ufer des Rheins. Er trägt einen auffällig gemusterten Schlips zum schwarzen Anzug. Sein
Haar ist etwas wirr, es sieht flauschig aus. Sein Blick wirkt traurig. Wartet er? Und wenn ja,
worauf? Er blickt dem Strom hinterher, der sich gemächlich zur Nordsee
wälzt.
Die Bäume blühen um ihr Leben.
